Sonderabfälle oder gefährliche Abfälle sind im besonderen Maß gesundheits- und umweltgefährdend, brennbar oder ätzend. Dazu zählen beispielsweise lösemittelhaltige Lacke, Reinigungsmittel, Betriebsflüssigkeiten von Fahrzeugen, Schädlingsbekämpfungsmittel, Chemikalien und dergleichen. Wegen ihrer Gefährlichkeit dürfen sie nicht gemeinsam mit dem Hausmüll entsorgt werden, sondern sie werden getrennt von ungefährlichen Abfällen gesammelt und in Sonderabfallverbrennungsanlagen, chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen oder Sonderabfalldeponien entsorgt.
Im Main-Kinzig-Kreis werden die Sonderabfall-Kleinmengen mit einem Schadstoffmobil eingesammelt, nur die Städte Bruchköbel und Maintal betreiben aus historischen Gründen eigene Sammlungen.
In Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden wurde in den einzelnen Ortsteilen Sammelstellen eingerichtet, die mehrmals im Jahr von dem Schadstoffmobil angefahren werden. Die Zahl der angebotenen Sammeltermine richtet sich nach der Einwohnerzahl und der Anzahl der Ortsteile der Kommune und liegt zwischen sechs und 108 (Hanau) Sammelterminen im Jahr. Nach Möglichkeit werden in jeder Kommune zwei Sammlungen an einem Samstag durchgeführt. Zusätzlich wurde am Sonderabfallzwischenlager, Gartenstraße 39, Schlüchtern eine stationäre Sammelstelle eingerichtet, die an zehn Tagen im Jahr geöffnet ist. Die Sammeltermine in den einzelnen Gemeinden sowie der stationären Sammelstelle in Schlüchtern sind hier abrufbar:
Sammeltermine
Annahmebedingungen
Insgesamt finden im Jahr 540 Sammeltermine statt, die Sammelzeit beträgt 665 Stunden insgesamt. Das Schadstoffmobil ist ein besonders ausgerüsteter und zugelassener LKW, der mit entsprechend ausgebildetem Fachpersonal besetzt ist. Jede Anlieferung wird sorgsam begutachtet, im Betriebstagebuch erfasst und getrennt nach 25 verschiedenen Stoffgruppen in transportsichere Behältnisse gestellt. Am Ende des Sammeltages werden die angenommenen Sonderabfälle in das Sonderabfallzwischenlager in Schlüchtern gebracht. Dort werden sie, ebenfalls nach Stoffgruppen sortiert, zu transportgerechten Einheiten zusammengestellt und bis zu ihrer Entsorgung sicher aufbewahrt.
Die Abfälle werden dann, je nach Art, in der Sonderabfallverbrennungsanlage in Biebesheim, den chemisch-physikalischen Behandlungsanlagen in
Frankfurt und Kassel oder anderen Entsorgungsanlagen (z. B. Untertagedeponie, Sonderabfalldeponie) entsorgt. Bei der Sonderabfallentsorgung gelten die höchsten
technischen und ökologischen Standards um Umwelt- und Gesundheitsschäden zu verhindern.
Alle Abfallerzeuger aus dem Main-Kinzig-Kreis (mit Ausnahme von Bruchköbel und Maintal, die eigene Sammlungen betreiben), bei denen im Kalenderjahr insgesamt weniger als 500 Kilogramm gefährliche Abfälle anfallen, können die Sonderabfallsammlung in Anspruch nehmen. Wird von Gewerbetrieben oder dem Dienstleistungsgewerbe die Menge von 200 kg oder 200 l pro Jahr überschritten, so wird eine Gebühr berechnet.
Neben dem Schadstoffmobil und der stationären Sammelstelle bietet der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft weitere Sammeleinrichtungen für schadstoffbelastete Materialen an:
Der Erfolg der Schadstoffsammlung lässt sich auch an den stetig steigenden Annahmemengen ablesen. Wurden 2004 kreisweit 232 Tonnen Sonderabfall eingesammelt waren es 2006 bereits 266 Tonnen, Tendenz steigend.