Girls' Day im Abfallwirtschaftszentrum in Gelnhausen-Hailer
Schülerinnen informieren sich über Berufe in der Abfallwirtschaft
22. April 2008
Müllentsorgung ist Männersache. Betrachtet man die Müllwerker, die die Tonnen leeren, trifft diese Ansicht (fast) ausnahmslos zu. Anders ist dies beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft, der sich um die Verwertung und Beseitigung der Abfälle kümmert, die in den Städten und Gemeinden eingesammelt werden. Hier sind mehr als ein Viertel der Beschäftigten Frauen. Nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in verantwortlicher Position im technischen Bereich haben Frauen das Sagen. Einen Einblick in ihren Arbeitsalltag vermittelten die Ingenieurinnen des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft zehn Schülerinnen am Girls-Day vergangenen Donnerstag.
Simone Feige, stellvertretende Betriebsleiterin des Eigenbetriebs und verantwortlich für den gesamten technischen Betrieb, erläuterte zunächst die Aufgaben des Eigenbetriebs: „Abfallwirtschaft ist ein Massengeschäft. Der Müll von rund 380.000 Bürgern des Main-Kinzig-Kreises wird in Hailer behandelt. Wertstoffe werden aussortiert, gefährliche Stoffe getrennt entsorgt und der verbleibende Rest wird zum Müllheizkraftwerk Offenbach transportiert.“
Warum ein solcher Aufwand erforderlich ist, erfuhren die Schülerinnen von Gabriele Krick, die im Eigenbetrieb für die Sanierung von Altdeponien zuständig ist. Fast 30 Jahre nach der Ablagerung entstehen in ehemaligen Mülldeponien immer noch Deponiegas und belastetes Sickerwasser, die geordnet entsorgt werden müssen.
Dass Deponiegas aber auch genutzt werden kann, erläuterte Marion Czwing, die das kleine Kraftwerk leitet, in dem immerhin eine Strommenge, die zur Versorgung von rund 1300 Haushalten ausreicht, aus dem Deponiegas gewonnen wird. Von der Reinigungsleistung der Sickerwasseraufbereitungsanlage konnten sich die Schülerinnen durch eigene Messungen überzeugen.
Beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen auch von der Tatsache, dass es der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft bereits seit seiner Gründung vor mehr als fünfzehn Jahren den beschäftigten Frauen ermöglicht, durch flexible Arbeitszeiten Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. So haben zwei Drittel der beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft beschäftigten Frauen zwei und mehr Kinder.

Auch tonnenschwere Maschinen gehorchen Frauenhänden
