Tag der offenen Tür auf der sanierten ehemaligen Deponie in Bruchköbel
Zu einem Tag der offenen Tür hatte der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises am vergangenen Samstag auf die ehemalige Deponie in Bruchköbel eingeladen. Bis auf einige Restarbeiten wurde hier das größte Sanierungsprojekt des Main-Kinzig-Kreises abgeschlossen. Viele Bürger und Lokalpolitiker nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand persönlich über die umfangreiche Sanierungsmaßnahme zu informieren. Nach einigen kurzen Einführungsvorträgen über die Geschichte und den Ablauf der Sanierungsarbeiten bestand die Möglichkeit an Führungen über das Gelände teilzunehmen und sich die sanierte Fläche und die technischen Einrichtungen einmal aus der Nähe anzusehen.
Die Deponie wurde Ende der sechziger Jahre auf einem ca. 50.000 m² großem Abbaugelände einer Ziegelei errichtet. Betrieben wurde sie zunächst vom Zweckverband Müllzerkleinerung und anschließend vom Zweckverband Abfallbeseitigung Main-Kinzig, der sie zu einer geordneten Deponie für den Landkreis Hanau ausbaute. Im Zuge der Gebietsreform fiel die Deponie an den Main-Kinzig-Kreis, der sie kurze Zeit später stilllegte. In der Folge nutzte die Stadt Bruchköbel das Gelände als Erddeponie.
Wie Umweltdezernent André Kavai erläuterte, sei die ohnehin mittelfristig geplante Sanierung der Deponie akut notwendig geworden, nachdem die Stadt Bruchköbel das Neubaugebiet Saalburgring nördlich der ehemaligen Deponie ausgewiesen hatte. Einige der Häuser seien unmittelbar an die Nordgrenze des ehemaligen Deponiegeländes gebaut worden. Als in den Kellern dieser Häuser ein Eindringen von Deponiegas gemessen wurde, gab es einen klaren Handlungsauftrag.
„Als Sofortmaßnahme haben wir einen Teil der Deponie durch einen Tonriegel von der restlichen Deponie abgetrennt“, erläutert André Kavai. Der Müll zwischen dieser Barriere und den Häusern sei bis zur Deponiesohle abgetragen und durch unbelasteten Erdaushub ersetzt worden. Regelmäßige Kontrollmessungen der Kellerluft in den angrenzenden Häusern haben den Erfolg dieser Maßnahme bestätigt.
Inzwischen wurde das Deponiegelände durch umfangreiche Erd- und Profilierungsarbeiten neu gestaltet und mit einer 65.000 Quadratmeter großen Oberflächenabdichtung versehen. Die Oberflächenabdichtung soll das Eindringen von Niederschlagswasser in den Deponiekörper und das unkontrollierte Austreten von Deponiegas verhindern. Sie besteht aus einer Gasflächendrainage, einem darüber liegenden Geotextil, einer mineralischen Dichtung und einer Bentonitmatte, die nach oben durch luftdicht verschweißte Kunststoffdichtungsbahnen aus einem 2,5 mm starken Hochleistungspolymer abgedeckt ist.
Auf diese Oberflächenabdichtung wurde eine 1-2 Meter mächtige Rekultivierungsschicht aufgebracht und begrünt. An einigen Stellen wurde diese Bodenschicht verstärkt, damit sich dort Gehölzinseln ansiedeln können. Dadurch wird eine Einpassung in die umgebende Landschaft aus Streuobstwiesen, Feldern und Feldgehölzen erreicht.
Das Niederschlagswasser, das jetzt nicht mehr in den tieferen Untergrund eindringen kann, wird durch ein Drainagesystem zu einem unterhalb der Deponie angelegten Versickerungsbecken geführt.
Das methanhaltige Deponiegas, das sich unter der Oberflächendichtung ansammelt, wird mit Unterdruck durch Gasbrunnen und Gassammelstationen zu einer zentralen Verdichterstation gesaugt und dann in einer Hochtemperatur-Fackel schadlos entsorgt.
Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme einschließlich der Kosten für die Planung und das erforderliche Genehmigungsverfahren belaufen sich auf 6,3 Millionen Euro, an denen sich das Land Hessen über einen Altlastenausgleichsfond beteiligt.
Mit dem bevorstehenden Abschluss der Arbeiten in Bruchköbel ist jetzt der größte Teil der Sanierungsverpflichtungen, die den Main-Kinzig-Kreis betreffen, abgeschlossen. Die heutige Praxis der Abfallentsorgung basiert auf der Beseitigung von Schadstoffen, der getrennten Erfassung verwertbarer Anteile und der Rückgewinnung von Wertstoffen bzw. der Nutzung des Energiepotentials des verbleibenden Restmülls. So sind für künftige Generationen keine schädlichen Auswirkungen oder Kostenrisiken zu erwarten.
Die Sanierung der ehemaligen Deponie in Bruchköbel ist abgeschlossen.
Am Samstag, den 14.06.2008 findet von 10:00 bis 14:00 ein Tag der offenen Tür statt
Bis auf einige Ausbesserungsarbeiten und Pflanzungen sind die Arbeiten an dem größten derzeit laufenden Sanierungsprojekt des Main-Kinzig-Kreises abgeschlossen. Seit 2004 hat der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft die nördlich des Gewerbegebietes der Stadt Bruchköbel gelegene Deponie saniert.
Wie Umweltdezernent André Kavai erläutert, sei die ohnehin mittelfristig geplante Sanierung notwendig geworden, nachdem die Stadt Bruchköbel im Zuge der Erschließung neuer Wohnflächen das Neubaugebiet Saalburgring nördlich der ehemaligen Deponie ausgewiesen hat. Einige der Häuser seien unmittelbar an die Nordgrenze des ehemaligen Deponiegeländes gebaut worden. Da in den Kellern dieser Häuser ein Eindringen von Deponiegas, das brennbares Methan enthält, nachweisbar war, wurde entschieden, die Sanierung der Deponie vorzuziehen.
„Als Sofortmaßnahme haben wir den an die Häuserzeile angrenzende Bereich der Deponie durch einen Tonriegel von einem Meter Breite, der bis an die im Untergrund anstehenden Tonlagen reicht, von der restlichen Deponie abgetrennt“, erläutert André Kavai. Der Müll zwischen dieser Barriere und den Häusern sei bis zur Deponiesohle abgetragen und durch unbelasteten Erdaushub ersetzt worden. Regelmäßige Kontrollmessungen der Kellerluft in den angrenzenden Häusern haben den Erfolg dieser Maßnahme bestätigt.
Die ehemalige Deponie wurde durch umfangreiche Erd- und Profilierungsarbeiten neu gestaltet und mit einer 65.000 Quadratmeter großen Oberflächenabdichtung versehen. Die Oberflächenabdichtung soll das Eindringen von Niederschlagswasser in den Deponiekörper und das unkontrollierte Austreten von Deponiegas verhindern. Sie besteht aus einer 0,3 Meter mächtigen Gassammelschicht, einem darüber liegenden Geotextil und einer Bentonitmatte, die nach oben durch luftdicht verschweißte Kunststoffdichtungsbahnen aus einem 2,5 mm starkem Hochleistungspolymer abgedeckt ist.
Auf diese Oberflächenabdichtung wurde eine 1-2 Meter mächtige Bodenschicht aufgebracht und mit einer Wiese begrünt. An einigen Stellen wurde eine tiefgründigere Bodenschicht aufgebracht, damit sich dort Gehölzinseln ansiedeln können. So wird eine Einpassung in die umgebende Landschaft aus Streuobstwiesen, Feldern und Feldgehölzen erreicht.
Das Niederschlagswasser, das jetzt nicht mehr in den tieferen Untergrund eindringen kann, wird durch ein Drainagesystem zu einem unterhalb der Deponie angelegten Versickerungsbecken geführt.
Das methanhaltige Deponiegas, das sich unter der Oberflächendichtung ansammelt, wird mit Unterdruck durch Gasbrunnen und Gassammelstationen zu einer zentralen Verdichterstation gesaugt und dann in einer Hochtemperatur-Fackel schadlos entsorgt.
Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme einschließlich der Kosten für die Planung und das erforderliche Genehmigungsverfahren belaufen sich auf 6,3 Millionen Euro, an denen sich das Land Hessen über einen Altlastenausgleichsfond beteiligt.
„Viel Geld für einen alten Müllhaufen“, sagt Umweltdezernent Kavai und weist aber auf die Notwendigkeit hin, auch die Schäden auszugleichen, die durch frühere Generationen verursacht wurden. Damals seien die Erkenntnisse, wie gefährlich solche mehr oder weniger ungesicherten Müllablagerungen sind, einfach noch nicht vorhanden gewesen. Es gebe auch keinen Grund kopfschüttelnd zurückzublicken, sagt André Kavai und erinnert daran, dass diese Generationen ihrerseits wesentliche Teile der Altlasten des zweiten Weltkriegs entsorgt haben.
Mit dem bevorstehenden Abschluss der Arbeiten in Bruchköbel sei jetzt der größte Teil der Sanierungsverpflichtungen, die den Main-Kinzig-Kreis betreffen, abgeschlossen. Die heutige Praxis der Abfallentsorgung basiert auf der Beseitigung von Schadstoffen, der getrennten Erfassung verwertbarer Anteile und der Rückgewinnung von Wertstoffen bzw. der Nutzung des Energiepotentials des verbleibenden Restmülls. So seien für künftige Generationen keine schädlichen Auswirkungen oder Kostenrisiken zu erwarten.
Umweltdezernent Kavai weist darauf hin, dass der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft gemeinsam mit der Stadt Bruchköbel im Frühsommer einen Tag der offenen Tür auf dem Gelände der jetzt rekultivierten Deponie veranstalten wird. Der genaue Termin werde noch über die Presse bekannt gegeben.
Methangas ist der einfachste Kohlenwasserstoff und gilt bei Energieexperten als einer der Hoffnungsträger für die künftige Energieversorgung der Menschheit, da es in Form von festem Methanhydrat in nahezu unbegrenzter Menge am Meeresgrund vorkommt. Schon heute ist Methan als Hauptbestandteil des Erdgases ein wichtiger Energieträger.
Auf der anderen Seite ist Methan ein starkes Treibhausgas und bildet mit Luft vermischt zündfähige Gemische, die im Bergbau als Schlagwetter gefürchtet sind und Jahr für Jahr weltweit zahlreiche Bergleute das Leben kosten.
Methan entsteht beim Abbau organischer Substanzen unter Luftabschluss, beispielsweise in Sumpfgebieten aber auch in Mülldeponien und das auch noch Jahrzehnte nach Beendigung der Mülleinlagerung.